Während des nicht öffentlichen Trainings von Eintracht Frankfurt am späten Mittwochnachmittag des 29. Juli fand sich der kommunalpolitische Arbeitskreis der Grassauer SPD recht spontan am Trainingsgelände des ASV Grassau ein. Markus Eisenkolb, einer der Greenkeeper und Koordinator des insgesamt 8-köpfigen Teams, hatte es möglich gemacht, den interessierten Grassauern von seiner Arbeit als Platzwart zu erzählen und viele Fragen zu beantworten.
Aktuell verbringen alle Greenkeeper sehr viel Zeit auf dem Sportplatz, um durchgehend einen optimalen Zustand der Fußballplätze gewährleisten zu können, da sich sowohl internationale als auch deutsche Profi-Fußballvereine Grassau als Ort für ihr Sommertrainingslager ausgesucht haben und sich wie heuer im Juli und August die Klinke in die Hand geben. Gerade wenn deutsche Vereine, wie etwa Eintracht Frankfurt oder der VfB Stuttgart hier sind, kommen auch viele Fans, um ihre Mannschaften hautnah erleben zu können. Da verwandelt sich dann der Sportplatz bei öffentlichen Trainings in eine kleine Fanmeile mit Ständen und einer Fanbase. Auf Nachfrage von Richard Schreiner erläutert Markus Eisenkolb, dass das ASV-Sportheim während der Trainingslager für die jeweilige Mannschaft freigehalten wird und es für die Fans eine eigene Verkaufshütte gibt, sodass eine Versorgung sichergestellt ist. Je nach erwartetem Andrang der Fans werden Foodtrucks bereitgestellt und auch für Getränke ist bestens gesorgt.
Die Verpflegung sowie die Fanarbeit sind ein Aspekt, aber der für das Training an sich noch viel wichtigere Punkt ist die Arbeit der engagierten Platzwarte, die sich nicht nur während der Trainingslager von Fußballvereinen um den Platz kümmern, sondern die das ganze Jahr über nicht müde werden, den Rasen für alle ortsansässigen Mannschaften zu pflegen, sprich zu mähen, zu bewässern, auszubessern und so weiter. Insgesamt gibt es 8 Greenkeeper, die beim ASV Grassau auf Minijob-Basis angestellt sind, erläutert Eisenkolb auf Nachfrage von Susanne Speckbacher. Seit 9 Jahren ist das Team auch für die auswärtigen Vereine mit zuständig. Silke Schwinghammer will wissen, wo die Fäden für so ein Trainingslager zusammenlaufen. Die Schnittstelle zwischen dem ASV Grassau und den Fußballvereinen, die ins Trainingslager kommen sei die Agentur „Onside“, erklärt Eisenkolb. Diese Agentur organisiert ein Gesamtpaket, das sowohl Unterkunft, Trainingsmöglichkeiten bzw. Trainingsplätze, Verpflegung der Mannschaft etc. beinhaltet und fungiert so als Anlaufstelle für Fragen und alles Organisatorische.
Eisenkolb geht sodann auf die teils strengen Vorgaben der Sponsoren ein, die etwa das „branding“, also das Anbringen von Sponsoren-Bandenwerbung oder auch den Rasenschnitt bzw. die Bewässerung betreffen. Grundsätzlich funktioniere die Bewässerung automatisch und zeitgesteuert, allerdings ist tagsüber immer mindestens ein Greenkeeper anwesend, damit das Trainerteam selbst bestimmen kann, ob lieber auf einem mehr oder weniger bewässerten Platz gespielt wird. Olaf Gruß und Ulrich Warweg nehmen Bezug auf den Kunstrasen, der auch Teil des Trainingsgeländes ist, und wollen wissen, wie es hier um den Pflegeaufwand bestellt ist. Eisenkolb stellt heraus, dass es auch wichtig ist, diesen Platz regelmäßig zu warten, um ihn vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die diesen regelmäßig nutzen, erhalten zu können.
Die Gemeinde Grassau sei ein sehr wichtiger und zuverlässiger Partner, wie Eisenkolb anmerkt, denn nicht nur die Pauschale, die der ASV jährlich für die Platzpflege bekommt, sondern auch das stets offene Ohr und die enorme Wertschätzung ihrer Arbeit sei seinem Team und ihm selbst eine wichtige Motivation. Ohne die Gemeinde hätten sie kaum eine Möglichkeit, ihre Arbeit so umzusetzen, wie es aktuell der Fall ist, was der 1. Bürgermeister Stefan Kattari, der ebenfalls anwesend ist, gerne hört. Dieses Lob könne er nur zurückgeben, denn ihm würde nur positiv von dem unglaublichen Engagement der Greenkeeper des ASV berichtet. Mit Blick auf die Garagen bzw. die kleine Halle ergänzt Eisenkolb auf die Frage von Marina Gasteiger nach den vorhandenen Gerätschaften bzw. Maschinen, dass der große Maschinenpark mit diversen Mähern für die Plätze ausreichend sei und auch hier sei die Gemeinde eine große Stütze, etwa bei der Finanzierung.
Unglaublich stolz mache das Team der Grassauer Platzwarte neben dem Lob der Gemeinde und den ortsansässigen Vereinen aber auch die überaus positive Rückmeldung der Mannschaften, die hier im Trainingslager sind. Eisenkolb erinnert sich gerne an die vielen Profi-Vereine, die schon hier waren und die sein Team und er mit begleiten durften, wie etwa Sparta Prag, der 1. FSV Mainz 05, der VfB Stuttgart, der FC Augsburg, zahlreiche englische Mannschaften etc.
Zum Schluss des kurzweiligen Treffens wird eines klar: Die Platzwarte rund um den Koordinator Markus Eisenkolb leisten eine unglaublich wichtige Arbeit und es ist unter anderem ihrem Engagement zu verdanken, dass sich nationale wie internationale Profi-Fußballvereine hier wohl fühlen und gerne wiederkommen. Einzig und allein der FC Bayern hat sich seit dessen Trainingslager während der Corona-Zeit 2021 hier nicht wieder eingefunden, aber wer weiß, vielleicht geht der Wunsch von Markus Eisenkolb ja bald in Erfüllung und der Verein lässt sich von den exzellenten Bedingungen hier wieder ins schöne Chiemgau locken.